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Karin Maag zur Cannabis-Legalisierung für medizinische Zwecke

 Der Bundestag hat am Donnerstag beschlossen, dass Ärzte schwerkranken Patienten cannabishaltige Arzneimittel auf Kassenrezept verordnen dürfen. Auch die Opposition hat dieser Initiative unseres Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) zugestimmt. Damit werden mit dem neuen Gesetz die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen, die starke Schmerzen erleiden müssen, verbessert. Es geht nicht ums "Kiffen auf Rezept", wie eine Zeitung jüngst titelte. Auch bleibt der gefährliche Eigenanbau weiterhin verboten.
Für bestimmte Schmerzpatienten, zum Beispiel mit Multipler Sklerose oder AIDS, kann Medizinalhanf eine gute Therapie sein, wenn andere Schmerzmittel nicht wirken. "Diesen Menschen wollen wir helfen und ihnen die Therapie nicht vorenthalten", erklärt Karin Maag als Mitglied des Gesundheitsausschusses. Bisher dürfen Patienten in Deutschland nämlich bloß in Ausnahmefällen cannabishaltige Medikamente oder getrocknete Cannabisblu?ten verschrieben bekommen. Derzeit haben nur rund 1.000 Patienten diese Genehmigung. Die Kosten von mehreren hundert Euro im Monat müssen sie aber zumeist selbst tragen.

"Für diese und nur für diese Patienten ändern wir das Betäubungsmittelrecht, damit sie einen qualitätsgesicherten und legalen Zugang zu medizinischen Cannabisarzneimitteln erhalten. Im Gesetzgebungsverfahren haben wir nochmals eindeutig klargestellt, dass ein Patient aber nicht erst langjährig schwerwiegende Nebenwirkungen ertragen muss, bevor er die Therapiealternative eines Cannabisarzneimittels genehmigt bekommen kann. Wir haben die Therapiehoheit der Ärzte gestärkt. Sie verordnen künftig aufgrund eigener Prüfung. Die Ausnahmegenehmigungen entfallen komplett. Um Missbrauch auszuschließen, muss die Erstverordnung von Cannabis von der Krankenkasse genehmigt werden. Umgekehrt wollen wir aber einem zu rigiden Genehmigungsverhalten der Krankenkassen aus Spargründen begegnen. Deshalb dürfen die Kassen die Genehmigung nur in begründeten Ausnahmefällen ablehnen. Für die Palliativversorgung muss über die Genehmigung sogar innerhalb von drei Tagen entschieden werden. Todkranke und sterbende Menschen sollen und können nicht warten. Selbstverständlich brauchen wir weitere Erkenntnisse zur Wirkung, um so eine Entscheidungsgrundlage für die dauerhafte Aufnahme in die medizinische Versorgung zu schaffen. Deshalb wird es eine Begleiterhebung geben. Die Datenlage ist nämlich immer noch relativ dünn, aber es gibt einen hohen Leidensdruck bei den betroffenen Patienten. Das alles zeigt, dass wir mit unserer Gesundheitspolitik auf breiter Front dabei sind, die Therapiemöglichkeiten von Patienten zu verbessern", so Karin Maag

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