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Orientierungsdebatte Bluttests

Nach der heutigen Orientierungsdebatte zu den vorgeburtlichen Bluttests (NIPD) möchte ich festhalten, wie wichtig es ist, dass wir über die Chancen und Risiken solcher Testverfahren und die damit verbundenen ethischen Grundsatzfragen offen im Parlament diskutieren! Schließlich betrifft dies die werdenden Eltern und unseren Schutzauftrag für das ungeborene Leben - aber eben auch unser Grundverständnis vom Menschsein. Und dazu gehört die Verantwortung für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien. Mir ist es sehr wichtig, dass wir verhindern, dass diese frühen Bluttests eine Ablehnung behinderter Kinder vorantreiben - und wir müssen uns vor allem fragen, wo Kinder und Eltern mehr gesellschaftliche Unterstützung brauchen.

Eine mögliche Aufnahme des Bluttests in den Regeleistungskatalog der GKV darf nicht dazu führen, dass der Druck auf Schwangere erhöht wird, solche Angebote in Anspruch zu nehmen. Dafür halte ich persönlich die Richtung, in die der Beschlussvorschlag des G-BA geht, für einen denkbaren Kompromiss: Es soll keine Screening-Untersuchung bezuschusst werden, sondern eine Kostenerstattung nur in den Einzelfällen erfolgen, in denen ein erhöhtes Risiko besteht - das sich nach dem Vorschlag des G-BA übrigens nicht allein am Alter der Schwangeren festmacht. In diesen Fällen die Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung zu übernehmen, halte ich insofern für folgerichtig, als die GKV hier auch die invasiven Tests, also zum Beispiel die Fruchtwasseruntersuchung, finanzieren würde, mit der Risiken für die Mutter und das ungeborene Kind (Fehlgeburten) verbunden sind. Dabei teile ich persönlich die Ansicht der Patientenvertreterin im G-BA, die sich für eine Kostenübernahme erst ab der 12. Schwangerschaftswoche ausspricht.

 

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