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Pflegereform

10.01.2018

Karin MaagDas Thema Pflege wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger: Bereits heute sind 2,7 Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen, im Jahr 2030 werden es nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes schon 3,5 Millionen Menschen sein. Mehr als zwei Drittel der Menschen werden zu Hause gepflegt - das ist eine große Leistung der Millionen von pflegenden Angehörigen.

Die Pflegeversicherung, die das Risiko, pflegebedürftig zu werden, absichert, hat sich hier seit ihrer Einführung im Jahr 1995 bewährt. Um die Pflege aber zukunftsfähig zu gestalten und insbesondere die häusliche Pflege zu verbessern, haben wir mit den drei Pflegestärkungsgesetzen die größte Reform der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung vor mehr als 20 Jahren angepackt. Gute Pflege muss auf die persönliche Situation angepasst sein Deshalb haben wir dafür gesorgt, dass die Hilfe für Pflegebedürftige und ihre Familien passgenauer wird. Es ist wichtig, dass die Hilfe auch dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Insbesondere die ungleiche Behandlung von Pflegebedürftigen mit körperlichen Beeinträchtigungen und von demenzerkrankten Pflegebedürftigen hat haben wir nun überwunden. Seit diesem Jahr werden endlich auch Demenzkranke in der Pflegeversicherung voll anerkannt. Viele Pflegebedürftige sind jetzt besser gestellt und ca. 500.000 Menschen mehr erhalten Zugang zu Pflegeleistungen.

Um die Pflege weiterzuentwickeln und die Unterstützung für Pflegebedürftige, Angehörige und Pflegekräfte auszuweiten, haben wir insgesamt drei Pflegestärkungsgesetze auf den Weg gebracht. Zum 1. Januar 2015 haben wir das Erste Pflegestärkungsgesetz (PSG I) eingeführt, das die Vergütungen erhöht und gleichzeitig viele Leistungen verbessert hat. Mit Inkrafttreten des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) am 1. Januar 2016 wurde zudem die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des neuen Begutachtungsinstruments zur Feststellung von Pflegebedürftigkeit in der Pflegeversicherung gesetzlich verankert. Das Dritte Pflegestärkungsgesetz (PSG III) ist am 1. Januar 2017 in Kraft, damit wird die Pflegeberatung gestärkt und die Zusammenarbeit der Verantwortlichen in den Kommunen ausgebaut.

Mit den Pflegestärkungsgesetzen haben wir die Beiträge für die Pflegeversicherung in zwei Schritten um insgesamt 0,5 Beitragssatzpunkte angehoben. Dadurch stehen dauerhaft fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr für Verbesserungen der Pflegeleistungen zur Verfügung. 1,2 Milliarden Euro fließen in einen Pflegevorsorgefonds.

 

Weitere Informationen:

- Ratgeber Pflege. Alles, was Sie zum Thema Pflege und zu den Pflegestärkungsgesetzen wissen müssen (PDF-Datei)
- Infoheft: Die Pflegestärkungsgesetze. Das Wichtigste im Überblick (PDF-Datei)
- Infoblatt: Pflegebedürftig. Was nun? Die ersten Schritte zur schnellen Hilfe (PDF-Datei)

Pflegeberufegesetz

In dieser Wahlperiode haben wir für viele Verbesserungen in der Pflege gesorgt. Der Schlussstein ist dabei die Reform der Pflegeausbildung. Mit dem im Juni 2017 vom Bundestag verabschiedeten Pflegeberufegesetz wird die Ausbildung attraktiver, moderner und durchlässiger, was die verschiedenen bisher getrennten Zweige betrifft. Damit reagieren wir sowohl auf den demographischen Wandel sowie auf die sich verändernden Berufsbilder und die Bedürfnisse der Betroffenen.

Künftig beginnen alle Auszubildenden mit einer zweijährigen gemeinsamen, sogenannten generalistischen Pflegeausbildung. Nach zwei Jahren können die Auszubildenden dann entscheiden, ob sie die generalistische Ausbildung fortsetzen. Sie können aber auch im Bereich der Kinderkranken- oder Altenpflege einen spezialisierten Abschluss als Altenpfleger oder Kinderkrankenpfleger erwerben (2-plus-1-Modell). Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege wird es künftig nicht mehr geben.

Alle Ausbildungswege werden unterschiedslos über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds finanziert. Endlich wird es für alle eine auskömmliche Ausbildungsvergütung geben. Auch das teilweise noch erhobene Schulgeld wird endgültig abgeschafft. Eine Durchführungsverordnung, die die genauen Ausbildungsinhalte festlegt, wird derzeit noch im Gesundheitsministerium erarbeitet. Sie muss nach der Bundestagswahl dem neuen Parlament vorgelegt werden.

Mehr dazu erfahren Sie hier.

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